Frage, Stadtjournal: Welche Dosierung von Vitamin D wird empfohlen?

Antwort: Ganz allgemein wird in Deutschland eine Versorgung von 800 i. E. pro Tag empfohlen. Dazu muss man aber wissen, dass von diesen 800 Einheiten lediglich die Hälfte auch im Blutkreislauf ankommt. Um die untere Grenze an Vitamin D zu erreichen, die ich für angemessen halte, nämlich 40 ng/ml, brauchen wir schon 4.100 i. E. Um den Wert der Naturvölker ohne Sonnenlicht zu halten, wären 5.000 i.E. genau die richtige Supplementierung. Umgerechnet wäre dies im Sommer eine Viertelstunde Sonnenbaden pro Tag. Damit lässt sich der Wert halten. Wenn aber ein Mangel vorliegt, brauchen wir einen sehr viel höheren Wert, um überhaupt auf dieses Niveau zu kommen. Darüber sprechen wir dann im nächsten Teil.

Frage, Stadtjournal: Gibt es beim Vitamin D eine Überdosierung?

Antwort: Die gibt es. Eine Über- dosis, bei der schon Ver-giftungserscheinungen auftreten können, liegt oberhalb von 150 bis 160 ng/ml. Jedoch spielen für die Toxizität von Vitamin D verschiedene Faktoren eine Rolle, auf die ich hier nicht gesondert eingehen kann. Das ist ein eigenes Themengebiet für sich.

Frage, Stadtjournal: Wie schnell baut sich denn ein Vitamin D-Spiegel ab?

Antwort: Die Verlustrate beträgt nach moderner Forschung 0,83 Prozent am Tag. Wenn wir von einem normalen Spiegel ausgehen, liegt die Halbwertszeit bei 60 Tagen. Das heißt, jemand mit einem guten Wert, der 60 Tage lang kein Sonnenbad nimmt und auch durch die Nahrung kein Vitamin D aufnimmt, hat sein Vitamin D nach Ablauf dieser Zeit halbiert, folglich nach 120 Tagen geviertelt. Gerade in der dunk-leren Jahreszeit ist es dringend erforderlich, dass Vitamin D zugeführt wird, um das Immunsystem zu stärken und Infektionen vorzubeugen. Die höchste Rate an Influenza-Fällen liegt traditionell in der Zeit von Januar bis März. Eben, weil dann der gesunde Vitamin D-Gehalt, den wir im Sommer über die Sonneinstrahlung aufgebaut haben, verbraucht ist und der Organismus anfälliger für Krankheitserreger wird.

Frage, Stadtjournal: Reicht das Vitamin D allein aus, um den Körper sozusagen „winterfest“ zu machen?

Antwort: Leider nicht. Denn es gibt bei der ganzen Sache noch einen wichtigen Faktor, über den wir noch gar nicht gesprochen haben: Dazu müssen wir kurz erläutern, wie Vitamin D im Körper funktioniert. Es sorgt nämlich dafür, dass Kalzium im Körper resorbiert wird. Kalzium ist wichtig für den Knochenaufbau usw. In unserer Gesellschaft liegt eher eine Überversorgung mit diesem Mineralstoff vor. Dennoch haben viele Menschen Osteoporose. Wie kann das sein? Das Kalzium im Blut muss auch in die Knochen gelangen, um sie stärker machen zu können. Für diesen Prozess ist ein anderes Vitamin sehr wichtig, nämlich das Vitamin K2, genauer K2 MK7. Zusätzlich hilft dieses dabei, Plaque-Einlagerungen in den Arterien aufzulösen. Wenn lediglich Vitamin supplementiert wird ohne Zugabe von K2 MK7, dann lagert sich das Kalzium im Körper ab und kann dort Schaden anrichten. Wie immer in der Medizin liegen Nutzen und Schaden nah beieinander.

Frage, Stadtjournal: Woher bekomme ich Vitamin K2 MK7?

Antwort: Vitamin K2 MK7 findet sich beispielsweise im Sauerkraut oder Käse, aber auch im sogenannten Nattō, einem fermentierten Lebensmittel aus Sojabohnen, das insbesondere in Fernost bekannt und beliebt ist. Wenn ich Vitamin D supplementiere, dann sollte Vitamin K2 MK7 immer dabei sein. Die durchschnittliche empfohlene Dosis liegt bei 100 bis 200 μg (Mikrogramm). Nur das Zusammenspiel von Vitamin D und Vitamin K2 MK7 bringt den gewünschten Effekt. Als Fazit möchte ich drei Dinge mit auf den Weg geben: 1. wenig Stress, um die körpereigene Bildung von Cortison zu verhindern, 2. viel Schlaf, um das Immunsystem zu stärken und 3. Vitamin D. Allein die Gabe von Vitamin D reicht freilich nicht aus. Mehr noch, bei einer übermäßig hohen Gabe kann es zu toxischen Nebenwirkungen kommen. Um die Wirkungsweise von Vitamin D vollumfänglich zum Gelten zu bringen, brauchen wir Vitamin K2 MK7 zur Unterstützung. Und natürlich eine insgesamt gesunde Lebensweise. Wenn allein die Hälfte der Menschen in Deutschland einen Mangel an Vitamin D aufweist, ist dies ein Punkt, an dem ich sage: Lasst uns doch damit beginnen! Wie wir über unsere Ernährung für einen ausreichend hohen Spiegel an Vitamin D sorgen können, besprechen wir dann beim nächsten Mal.

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