Übersicht lose Apparaturen, Aktivatoren und herausnehmbare Zahnspangen:

Bilder, Informationen und Patientenbeispiele von herausnehmbaren Zahnspangen (Aktivatoren).

Klasse II 1 Aktivator

Klasse II 1 Aktivator

Anwendung bei Rückbisslage (=70% aller Kieferanomalien) zur Stimulierung des Unterkieferwachstums

Klasse II 2 Aktivator

Klasse II 2 Aktivator

Myofunktioneller - neuromuskulärer Aktivator nach Dr. Polzar. Anwendung bei Deckbiss, zum Heben des tiefen Bisses, zur Auflockerung der eng- und -steilstehenden Oberkieferfront u. zur Einstellung in die richtige Bisslage

Vorschubdoppelplatte (VDP)

Vorschubdoppelplatte

Zur Wachstumsförderung bei Unterkieferrücklage und Schmalkiefer noch Prof. Sander.

Bertoni – VDP

Bertoni – VDP

Anwendung bei Deckbiss und Rückbiss mit kleiner Kieferbasis. Vielseitig einsetzbare Spange bei Deckbiss und Schmalkiefer.

Frontbiss-Platte t Einzelzahnschraube

Frontbiss-Platte t Einzelzahnschraube

Erste Platte bei frontalem Kreuzbiss und Progenie mit einzelnen Frontzähnen die im Kreuzbiss falsch überbeissen. Häufig schon mit 8 J. als frühe Behandlung.

Retraktorbogenplatte nach Dr. Polzar

Retraktorbogenplatte nach Dr. Polzar

Durch den kürzeren Weg des Labialbogens der OK-Platte zu den UK-Frontzähnen entsteht ein effizienterer Wachstumsreiz für den OK. Außerdem sind alle Spangen komfortabler zu tragen und nicht so reparaturanfällig.

Distalisierungs-Platte

Distalisierungs-Platte

Distalisierungs-Platte statt Headgear. Damit werden die endständigen Zähne nach hinten bewegt, um den davorliegenden noch unter den Milchzähnen verborgenen Zahnkeimen genügend Platz zu schaffen. Oftmals kann durch eine gute Mitarbeit mit dieser Spange eine sonst unumgängliche Extraktion (Zähne ziehen, weil Platzmangel) vermieden werden.

Twin Block

Twin Block

Doppelspange zur sagittalen Einstellung des Unterkiefers, sehr komfortabel da sie die Sprache kaum behindert. Indikation später FKO-Behandlung.

Transversale Dehnplatten

Transversale Dehnplatten

Zur Förderung des Kieferwachstums und der Zahnbogenbreite.





Die Herausnehmbare Zahnspange

Neben der festen Zahnspange die auch häufig Multiband, Brackets oder lieblos Schneekette genannt wird, gibt es die lose, lockere, leichte oder schlicht herausnehmbare Zahnspange. Der Unterschied ist für den Patienten von ganz besonderer Gewichtung, kann er sich doch bei der Losen Zahnspange in einem unpässlichen Moment von ihr befreien und verfügt so über seine momentane freie Entscheidung und Autonomie; so ist die Feste Zahnspange eine Leidenstour, der sich der Patient, einmal begonnen, nicht mehr entziehen kann. Dies ist ein entscheidender seelischer Komfort für die herausnehmbare Zahnspange, aber gleichzeitig auch eine entscheidende Verantwortung für die regelmäßige und zuverlässige Mitarbeit, ohne die es in der Kieferorthopädie ohnehin keinen Behandlungserfolg gibt.

Es gibt im Wesentlichen zwei unterschiedliche Typen der herausnehmbaren Zahnspange.

Zum einen gibt es die Plattenapparatur und die funktionskieferorthopädische Zahnspange, Aktivator oder Bionator genannt, und zum anderen gibt es die moderneren neueren Schienenzahnspangen der Firma Align Technologie = Invisalign®® – Firma, welche Aligner heißen. Daneben finden sich noch Positioner-Zahnspangen, die für die Feinkorrektur der Zahnstellung gedacht sind, falls das kieferorthopädische Ergebnis mit der festen Spange nicht dem gewünschten Ergebnis entspricht, die Zähne an die richtige Stelle zu bewegen. Und es gibt die herausnehmbaren Hilfsgeräte zur festen Zahnspange, wie die Delaire-Maske oder die Kopfgeschirre die auch Headgear heißen und von Verfasser dieser Seiten kategorisch und zur Freude der meisten Patienten abgelehnt wird. Hierfür gibt es eine eigene Site: Headgear. Komisch dieses Gerät wurde schon millionenfach angewendet, es ist ein medizinisches Gerät mit dem man sich die Augen ausstechen kann; aber über die anderen medizinischen Nebenwirkungen auf die Wirbelsäule, die Durchblutung des Gehirns und der Nackenmuskulatur oder die Atmung, gibt es keinerlei Untersuchungen. Das wundert mich heute immer noch, wo doch sonst in der Medizin alles so strengen Kontrollen unterliegt. Die kieferorthopädische Behandlung mit der Zahnspange Nebenwirkungen und die eines Headgear – Gerätes, welches den Hals einquetscht hat noch viel mehr an Nebenwirkungen zu bieten als lediglich eine „Allopezia areata“. Der Sohn meines Kinderarztes bekam vom Headgear regelmäßig Kopfschmerzen, so, dass er glücklicherweise das Gerät in die Ecke legen durfte.

Plattenapparatur als häufigste herausnehmbare Zahnspange

Herkunft und Geschichte der Zahnspange

Plattenapparatur heißt diese Zahnspange, weil sie im Oberkiefer flach wie eine Platte am Gaumen anliegt. Die häufigste Plattenapparatur wird auch Schwarz`sche Platte genannt, da sie von Hr. Schwarz im Jahre 19xyz erstmals beschrieben wurde. Die herausnehmbaren Zahnspangen haben in Europa eine lange Tradition. Sie bauen auf die orthopädische Wirkung dieser Geräte auf, die sich am besten im heranwachsenden Alter zwischen 8 Jahren und 14 Jahren entfalten kann. Ortho = gerade, paedein = Erziehen. Das pädagogische Moment solch einer mehrjährigen Therapie ist offensichtlich. In Amerika, speziell in den USA hat sich die Kieferorthopädie ganz anders entwickelt. Hier hatten herausnehmbare Apparaturen nie eine richtige Lobby gefunden, da sie ja auf die mehrjährige Mitarbeit der Patienten angewiesen sind. Dann lieber vier kleine Backenzähne ziehen (man nannte das „four on the floor“) und mit einer festen Spange die einen Bogen über die Zähne spannte, der an so genannten Bändern mit dem jeweiligen Zahn verbunden war, die Zähne gerade richtete. Daher kommt der heute gebräuchliche Name Multiband. Bänder werden allerdings meist nur noch an den hinteren Backenzähnen verwendet, so dass besonders moderne Autoren heute nur noch von der Multribracketapparatur sprechen. Brackets sind die verkleinerten Teilchen. Die direkt auf die Zähne aufgeklebt werden, um den kieferorthopädischen Bogen zu tragen. Diese Behandlungen sind weniger kieferorthopädisch, als orthodontisch. Es wird mehr Einfluss auf das gerade richten der Zähne genommen und weniger auf die Entwicklung des Kiefers. Dementsprechend heißt der amerikanische Kollege nicht Jaworthopedist sondern Orthodontist.

Herkunft der funktionskieferorthopädischen herausnehmbaren Zahnspange
Erstmals hatten die Schwedischen Kieferorthopäden Andresen und Häupel funktionskieferorthopädische Geräte beschreiben. Zunächst wurde nur ein Monoblock als kieferorthopädisches Gerät beschrieben. Später kam dann der erste Aktivator zum Einsatz, dem dann weitere Entwicklungen wie der Bionator nach Balters, die Fränkel-Apparatur oder der skelettierte offene Aktivator nach Klamt folgten. Sondergeräte wie der Teuscher-Aktivator, Aktivator-Headgear-Kombinationen oder der Federaktivator nach Prof. Sander wurden auf der Grundidee des Monoblockes konzipiert. Heute stehen dem Kieferorthopäden eine Vielzahl funktionskieferorthopädischer Geräte zur Verfügung, so auch der von mir entwickelte myofunktionelle frontal offene Aktivator mit zungenstimulierender Funktionsperle, hier MAPO genannt.

Bestandteile der herausnehmbaren Zahnspange

Aufbau einer Plattenapparatur

Die Plattenbasis:
Die Plattenapparatur besteht aus einem Grundkörper, der aus Metacrylat hergestellt wird, den passiven haltenden Elementen und den aktiven Elementen.

Passive haltenden Elemente der Zahnspange sind z.B.:
die Dreiecksklammer – zwischen den Zähnen um die Platte zu stützen,
die Adamsklammer – sitzt um den einzelnen Backenzahn herum, oder
die C-Klammer – fügt sich girlandenförmig einem C gleich um den Zahnhals, oder Haltedorne, die ein Abrutschen der Zahnspange insbesondere im Unterkiefer verhindern.

Aktive Funktionselemente der Zahnspange sind z. B:
die Aktive Schraube – wird z.B. wöchentlich gedreht um den Zahnbogen zu erweitern,
die Einzelzahnfeder zum Bewegen eines einzelnen Zahnes,
Vorschubsporne-Stäbchen, bewegen den Unterkiefer wachstumsstimulierend nach vorne,
Spezialschrauben wie die Bertoni-Segmentschraube oder die Müller-Schraube oder die bei mir sehr beliebte Federbolzenschraube...

....mit der man einzelne Zähne unter kontrollierter Aktivierung und exaktem Kraftansatz bewegen kann. Der einzige Nachteil dieser Minischraube ist, dass man hierzu einen guten Zahntechniker braucht, der diese Schraube auch richtig platziert.

Zahnspange mit Labialbogen
Der Labialbogen oder auch nur Labo genannt hat sowohl eine haltende Funktion als auch eine aktive die Zähne korrigierenden Wirkung. Er liegt an den oberen und unteren Frontzähnen zwischen Zahn und Lippe (labial) an beschreibt um den Eckzahn einen Bogen und mündet zwischen Eckzahn und kleinem Backenzahn in die Plattenbasis. Durch geschicktes Beschleifen der Plattenbasis kann der Kieferorthopäde mit dem dann einseitigen labialen Druck die schief stehenden Frontzähne korrigieren ( dies geht aber nur bedingt, meist wird bei ausgeprägten Frontzahnfehlstellungen dann doch eine feste Zahnspange oder Invisalign® zur Zahnstellungskorrektur notwendig). Besondere Schlaufen, wie die Eckzahnschlaufe dienen zur Einordnung eines in den Zahnbogen wachsenden schiefen Augenzahnes.

Aufbau und Funktionsweise der herausnehmbaren Aktivatorgeräte
Ein Monoblock besteht aus einem Acrylatblock, der den Mundinnenraum auf der Zahninnenseite ausfüllt und mit leicht geöffnetem Biss den Unterkiefer nach vorne schiebt. Damit das Gerät einen besseren Halt findet, verläuft über die Oberkieferfrontzähne ein Labialbogen. Bei einem Aktivator ist ein zusätzlicher Labialbogen im Unterkiefer angebracht. Um das Gerät dem Wachstum des Kiefers anzupassen, hat es eine transversale Aktivierungsschraube. Da das Gerät ansonsten locker im Mund liegt und durch Sprechen und andere aktive Kieferbewegungen den Unterkiefer immer wieder in die nach vorne eingestellte Position führt, löst diese herausnehmbare Zahnspange bei jugendlichen Patienten einen Wachstumsreiz aus, der dazu führt, dass der Unterkiefer in die gewünschte Richtung wächst.

Informationen über lose Zahnspangen und funktionskieferorthopädische (Aktivatoren) Zahnspange

Funktionsweise, Wirkung, Indikation, Vorteile und Nachteile einer losen Zahnspange

Funktionsweise der losen Zahnspange
Die herausnehmbare Zahnspange funktioniert im Wesentlichen in der Kombination einer Aktivierung der einzelnen Elemente und einer über zwölfstündigen Tragedauer. 16 Stunden täglich und dies über mehrere Monate bis Jahre hinaus sind oftmals zur Zahn- und Kieferkorrektur erforderlich. Umso wichtiger ist es, dass dann die Zahnspange richtig sitzt, grazil gestaltet ist und möglichst den Wünschen der oftmals kleinen Patienten entspricht, denn letztlich entscheidet die Mitarbeit (Compliance) der Patienten über Erfolg oder Misserfolg einer kieferorthopädischen Therapie mit einer Zahnspange. Die aktiven Elemente, wie z.B.: transversale Dehnschraube können nach Anweisung des Kieferorthopäden vom Patienten selbst nachgestellt werden.

Wirkung einer losen Zahnspange
Der leichte Druck auf die Zähne oder den Kiefer fördert das benötigte Wachstum des Kieferknochens um dann allen Zähnen genügend Platz zu geben damit sie in den Zahnbogen eingeordnet werden können. Erst die Akzeptanz der Zahnspange als eine Selbstverständlichkeit des täglichen Lebens garantiert den sicheren Behandlungserfolg. Durch die Wachstumsförderung der skelettalen Strukturen werden die Voraussetzungen geschaffen, um die noch herauswachsenden Zähne oder schief stehende Zähne in den Kiefer einzuordnen.

Wirkung der herausnehmbaren Aktivator Zahnspange
Durch fiktive Funktionsreize wird der Unterkiefer in seine gewünschte vordere Position geführt. Hierbei öffnet sich der Biss zunächst im Seitenzahnbereich. Deshalb wird oftmals der seitliche Aufbiss dieser herausnehmbaren Zahnspange frei geschliffen und die seitlichen Zähne können dann ungehindert in die Länge wachsen. Mit dem Labialbogen im Oberkiefer können zu weit vorstehenden oberen Frontzähne durch Aktivierung der Bogenschlaufen in ihrer Neigung zurückbewegt werden. Funktionskieferorthopädische herausnehmbare Zahnspangen wirken aktiv, das heißt, um einen Behandlungserfolg gewährleisten zu können, müssen sie mindestens 14-16 Stunden getragen werden. Als Faustregel kann man sagen, mindestens 4 Stunden am Tag (kann auch stundenweise eingeteilt sein) und nachts. Am Tag werden die Wachstumsreize gesetzt, die in der Nacht in das gewünschte, gerichtete Wachstum umgesetzt werden. Denn hauptsächlich in der nächtlichen Ruhephase wachsen die jugendlichen Patienten. Der Tag ist jedoch notwendig, um das zielgerichtete Wachstum zu induzieren.

Indikation einer losen Zahnspange
Die herausnehmbaren Zahnspangen, ausgenommen die Therapie mit Invisalign®, werden hauptsächlich bei der kieferorthopädischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen angewendet. Hierbei spielt es keine Rolle, ob noch Milchzähne vorhanden sind, oder der Zahnwechsel zum permanenten Gebiss schon abgeschlossen ist. Gerade im Alter von 8 bis 10 Jahren lassen sich mit herausnehmbaren Zahnspangen sehr gute Behandlungserfolge erzielen. Das naturgegebene Wachstumspotential der Kiefer unterstützt dabei die Therapie. Bei Erwachsenen Patienten werden herausnehmbare Zahnspangen wie Plattenapparaturen nur sehr selten angewendet. Hier kommt die feste Zahnspange zum Einsatz. Sind herausnehmbare Zahnspangen bei Erwachsenen gewünscht, so werden entweder Aligner–Schienen wie z.B. von der Firm Align Technologie (Invisalign®) angewendet oder es kommt die Crozat-Apparatur zum Einsatz. Crozat-Geräte sind zu Metallgerüsten skelettierte herausnehmbare Zahnspangen. Diese wurden Früher aus einer hochgoldhaltigen Legierung hergestellt. Heute verwendet man eher Cobalt-Chrom- oder Edelstahllegierungen. Durch geschickte Unterschnitte wird der notwendige Halt der Crozatapparatur gewährleistet, um die Zähne an die gewünschte Stelle zu bewegen. Da sowohl die Herstellung als auch die therapeutische Handhabung der Crozatapparatur sehr aufwendig ist, stellt sie in der Kieferorthopädie eher eine Außenseitermethode dar und wird nur von darauf spezialisierten Kieferorthopäden angewendet.

Indikation der herausnehmbaren Aktivator Zahnspange
Funktionskieferorthopädische Zahnspangen wie der Aktivator, Bionator oder die Fränkel-Apparatur sind zur Einstellung des Unterkiefers geeignet, wenn dieser im Gesicht zu weit zurückliegt. Auch bei der Progenie, das heißt, der Unterkiefer liegt zu weit vorne im Gesicht, können Aktivatoren vereinzelt verwendet werden. Da diese Therapie jedoch meist nicht gut für das Kiefergelenk ist, sind andere Methoden, wie die Gesichtsmaske nach Delaire, eine Bertoni-Spange oder in schwierigen Erwachsenenfällen die Kieferchirurgische Korrektur besser geeignet. Funktionskieferorthopädische Zahnspangen wirken am besten ab einem Alter von 8 Jahren. In diesem Alter haben die kleinen Patienten schon die erforderliche Reife, um gewissenhaft und aktiv an der Behandlung mitzuwirken und sie befinden sich noch vor dem pubertären Wachstumsschub. In dieser Zeit ist es am einfachsten, mit herausnehmbaren Zahnspangen eine orthopädische Wirkung zu erzielen. Während der Pubertät ist dies zwar auch noch möglich, jedoch richtet sich die ganze Kraft des Organismus auf andere Wachstumsvorgänge als die des Kieferwachstums. Zusätzlich ist durch die in dieser Zeit große seelische Belastung eine kieferorthopädische Behandlung bei der die Mitarbeit eine wesentliche Rolle spielt oftmals problematisch. In der Zeit von 8-10 Jahren, als vor der zweiten Wechselgebissphase kommen die reinen funktionskieferorthopädischen Zahnspangen zum Einsatz (Aktivatoren und deren Derivate). In der Zeit von 10 bis 12 Jahren kommen dann Kombinierte herausnehmbare Zahnspangen wie die Vorschubdoppelplatte nach Prof. Sander oder Müllersporne zum Einsatz. Mit diesen herausnehmbaren Zahnspangen kann zusätzlich noch das Breitenwachstum der Kiefer gefördert werden. Somit wird dann die erforderliche skelettale Kieferbasis geschaffen, um alle bleibenden Zähne einzuordnen. Diese Therapie findet dann auch in der zweiten Wechselgebissphase der Kieferentwicklung statt. Erst wenn das Kieferwachstum schon weitgehend abgeschlossen ist und der Patient zu spät in der Praxis erscheint, oder vorher die Mitarbeit und Wirkung nicht ausgereicht hat kommen herausnehmbare Zahnspangen wie der Twin Block oder sogar feste Zahnspangen wie SUS, Jasper Jumper, Flex- Developer oder die Herbst- Apparatur zum Einsatz. Diese Geräte wirken relativ forciert und aktivieren schon fast abgeschlossene Wachstumsvorgänge.

Vorteile der herausnehmbaren/loser Zahnspangen
Die Vorteile liegen in der schonenden Zahnbewegung, nur soweit, wie die Schraubenelemente aktiviert werden. Sie können schon bei Kindern eingesetzt werden und es vergeht nicht unnötige Zeit, bis mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen wird. Oftmals können durch die das Kieferwachstum fördernde Therapie, spätere Zahnextraktionen vermieden werden. Es müssen dann nicht mehr bleibende Zähne gezogen werden.

Vorteile der herausnehmbaren funktionskieferorthopädischen Zahnspange
Die funktionskieferorthopädischen Zahnspangen haben den entscheidenden Vorteil, dass sie schon sehr früh eingesetzt werden können. Die Zahn- und Kieferfehlstellung kann als schon sehr frühzeitig therapiert werden und ist erfahrungsgemäß umso stabiler gegen Therapierezidive. Auch ist dies ein Alter, bei dem die kleinen heranwachsenden Patienten sehr gerne mitmachen und eine hohe Kooperationsbereitschaft zeigen. Während das hauptsächliche therapeutische Ziel in der Korrektur der Kieferfehlstellung liegt, können Zahnfehlstellung hiermit nicht so gut behandelt werden und es sind ja auch noch nicht alle bleibenden Zähne herausgewachsen.

Ein ganz besonderer allgemeinmedizinischer Vorteil der Aktivatortherapie bei Unterkieferrücklage ist die atmungsfördernde Wirkung. Wie bei einem Antischnarchgerät für Erwachsene wird ja der Unterkiefer nach vorne eingestellt. Direkt nach dem Einsetzen der herausnehmbaren Zahnspange werden somit die Atemwege in physiologische Weise geöffnet und das Atmen durch die Nase gefördert. Gerade bei Patienten mit Asthma und bei Patienten mit Mukoviscidose kann eine kieferorthopädische Therapie mit Aktivatoren eine erhebliche lebensverbessernde Wirkung zeigen. Ein Vorteil aller herausnehmbaren Kieferorthopädischen Zahnspangen ist, dass sie für einen unpässlichen Moment auch mal nicht getragen werden müssen, weil sie ja herausnehmbar sind.

Nachteile von herausnehmbaren Zahnspangen
Der besondere Nachteil bei der herausnehmbaren Zahnspange ist, dass man auf die Mitarbeit der Patienten angewiesen ist. Es können auch nicht alle Zahnbewegungen mit der herausnehmbaren Plattenapparatur durchgeführt werden. So ist die Achsengerechte Einstellung der Frontzähne mit Torquekontrolle nicht möglich und rotierte Seitenzähne lassen sich nicht korrigieren. Ebenfalls ist neben der Einschränkung des therapeutischen Spektrums auch die Einschränkung auf das Patientenklientel gegeben. So gut Dienste die herausnehmbare Zahnspange auch für die Behandlung von Kindern zu leisten vermag, so wenig geeignet erscheint sie für die kieferorthopädische Therapie erwachsener Patienten.

Nachteile der herausnehmbaren funktionskieferorthopädischen Zahnspange
Die Nachteile sind ganz einfach zu beschreiben. Die herausnehmbare Zahnspange erfordert die regelmäßige Mitarbeit des Patienten ansonsten ist ihre Wirkung eingeschränkt. Die Therapie mit Aktivatoren ist altersbegrenzt von 6-7 bis maximal zum 16. Lebensjahr mit bester Indikation im Alter von 8-10 Jahren. Kieferfehlstellungen lassen sich zwar sehr gut behandeln, Zahnfehlstellungen sind jedoch mit anderen Kieferorthopädischen Apparaturen erfolgreicher therapierbar.

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