Bestimmung der Cranial Plane

Teil 2: CranioPlan® - Bestimmung der Cranial Plane

Um die Sinnhaftigkeit der Cranial Plane zu verstehen, sollte man vorab den Begriff der bilateralen Symmetrie (Abb. 5) erörtern.

Die bilaterale Symmetrie bedeutet die Teilung des Tieres durch eine sagittale Ebene, es ergeben sich Spiegelbilder, rechts und links Hälften, wie bei Schmetterlingen, Krebsen oder beim menschlichen Körper. Tiere mit einer bilateralen Symmetrie haben einen „Kopf“ und „Schwanz“ (cranial vs. caudal), vorne und hinten (dorsal vs. ventral) sowie rechts und links.

Alle Tiere, außer solche mit radialer Symmetrie, sind bilateral symmetrisch. Die Entwicklung der bilateralen Symmetrie, welche die Bildung von cranial und caudal (Kopf- und Schwanz-)Enden ermöglichte, förderte ein Phänomen namens Kephalisierung, welche sich auf die Sammlung eines organisierten Nervensystems an der ventralen Seite des Tieres bezieht.

Im Gegensatz zur radialen Symmetrie, die sich am bes-ten für stationäre oder begrenzte Lebensformen eignet, erlaubt die bilaterale Symmetrie eine gestraffte und gerichtete Bewegung. Evolutionär betrachtet förderte diese einfache Form der Symmetrie die aktive Mobilität und die gesteigerte Raffinesse von Ressourcensuchenden und Raub-Beute-Beziehungen.

Der bilateral symmetrische menschliche Körper (Abb. 5) kann in Ebenen unterteilt werden. Tiere im Stamm Echinodermata (wie Seesterne, Sanddollar und Seeigel) zeigen eine radiale Symmetrie als Erwachsene, aber ihre Larvenstadien weisen bilaterale Symmetrie auf. Dies wird als sekundäre radiale Symmetrie bezeichnet. Man glaubt, dass sie sich von bilateral symmetrischen Tieren entwickelt haben; sie werden also als bilateral symmetrisch klassifiziert.

Für das Cranium bzw. Neurocranium (Abb.4) wurde eine Symmetriebestimmung bisher nicht eindeutig definiert.

Neurocranium

Abb. 4 Neurocranium

Bilaterale Symmetrie

Abb. 5 Bilaterale Symmetrie

Legende Cranial Plane

  • CP = Cranial Plane
  • CAP = Cranial Axis Point
  • CCP = Cranial Cross Point
  • CSA = Cranial Symmetry Axis
  • CSP = Cranial Symmetry Plane
  • Die Eckpunkte der Trapezfläche CP sind definiert als die Eintrittspforten der sensorischen Afferenzpaare Sehsinn, Gleichgewichts- und Gehörsinn.
  • Die Trapezfläche CP wird gebildet aus dem Maxi-mum der Hornhautkrümmung des rechten und lin-ken Auges und dem Zentrum Amboss des linken und des rechten Ohres.
  • Der CAP ist der geometrische Schwerpunkt der Trapez-Fläche Cranial Plane.
  • Der CCP ist der Kreuzungspunkt der Trapez-Diago-nalen der Trapez-Fläche CP.
  • Die CSA ist die senkrechte Achse auf der CP Trapezfläche durch den CAP.
  • Die CSP ist die senkrechte Fläche auf der CP durch die Streckenmittelpunkte der Trapez-Parallen Au-genabstand, Innenohr(Amboss)-Abstand!

Vorgehensweise zur Bestimmung Cranial Plane

Zunächst wird die Ohrenachse als Strecke O1O2 zwischen dem Amboss (Incus) links und rechts festgelegt. Durch Paralellverschiebung der Ohrenachse O1O2 nach vorne auf das Führungsauge wird die Augenachse A1A2 bestimmt. Als Referenz dient hier jeweils rechts und links der Schwerpukt der Hornhautkrümmung (Abb. 6).

Auge Hornhaut

Abb. 6 Auge Hornhaut

Bestimmung der Symmetrie-Achsen

Abb. 7 Bestimmung der Symmetrie-Achsen

Bestimmung der Cranial Plane

Abb. 8 Bestimmung der Cranial Plane

Durch Verbinden der Punkte O1, O2, A1 und A2 (Abb. 7, 8) wird die Trapezfläche Cranial Plane festgelegt. Im Idealfall erhalten wir ein gleichseitiges Trapez - die Ausnahmen sind die Regel, da meist ein Auge abweicht. Das stellt aber kein Problem dar. Es wird eine Dreiecksfläche aus O1O2A1 oder O1A1A2 gebildet. Durch Spiegelung der Dreiecksfläche über Führungsauge und Ohrenachse lässt sich eindeutig die Trapezfläche ermitteln (Abb.9.1-9.7)

Bestimmung Cranial Plane

Abb. 9.1 - 9.7 Cranial Plane-Bestimmung

Cranial Plane 9.2

Abb. 9.2 Trapez | Cranial Plane, Axis Point, Cross Point

Cranial Plane 9.3

Abb. 9.3 Trapez | Cranial Plane, Axis Point, Cross Point

Cranial Plane 9.4

Abb. 9.4 Trapez | Cranial Plane, Axis Point, Cross Point

Cranial Plane 9.5

Abb. 9.5 Trapez | Cranial Plane, Axis Point

Cranial Plane 9.6

Abb. 9.6 Trapez | Cranial Plane, Axis Point, Cross Point

Cranial Plane 9.7

Abb. 9.7 Trapez | Cranial Plane, Axis Point, Cross Point

Augenachsen

Die Definition von Augenachsen beinhaltet in der Augenheilkunde und Augenoptik eine Reihe von gedachten Verbindungslinien zwischen zwei oder mehr Punkten innerhalb oder außerhalb des Auges. Sie dienen als Orientierung zu bestimmten diagnostischen Zwecken oder bei der Anfertigung von optischen Korrekturen. Die verwendete Terminologie stützt sich dabei auf unterschiedliche Quellen und ist deshalb nicht immer einheitlich. Nachfolgende Definitionen von Augenachsen sind in der Literatur beschrieben:

Anatomische Achse
Sie bezeichnet die Gerade zwischen dem vorderen und hinteren Pol des Augapfels, genauer gesagt, zwischen der Hornhautmitte und dem Krümmungsmittelpunkt des hinteren Augenabschnitts. Diese Definition entspricht auch der Baulänge des Auges, welche zur Bestimmung von axialen Brechungsfehlern herangezogen wird.

Optische Achse
Dies ist die Gerade zwischen den Krümmungsmittelpunkten von brechenden Flächen in einem zentrierten System.

Sehachse
Damit wird eine Achse bezeichnet, die von der Fovea centralis durch den Knotenpunkt des Auges zum Fixierobjekt verläuft.

Gesichtslinie
Diese bezeichnet die Gerade zwischen der Foveola und dem Fixierobjekt.

Blicklinie
Hierunter versteht man die Gerade zwischen dem Drehpunkt des Auges und dem Fixierobjekt.

Pupillenachse
Hiermit wird die Gerade zwischen Hornhautmitte und Pupillenmitte bezeichnet.

Zwischen einzelnen Augenachsen besteht eine Be-ziehung hinsichtlich ihres Verlaufs zueinander, die mit folgenden Begriffen definiert werden:

Winkel Alpha
Bezeichnet den Winkel zwischen optischer Achse und Gesichtslinie

Winkel Gamma
Bezeichnet den Winkel zwischen optischer Achse und Blicklinie

Winkel Kappa
Bezeichnet den Winkel zwischen Gesichtslinie und Pupillenachse.

Bestimmung der Trapezfläche

Nach Festlegung der Cranial Plane wird als Senkrechte auf der CP die CSP (Cranial Symmetry Plane) bestimmt. Sie verläuft jeweils durch die achshalbierenden Punkte O1O2/2 A1A2/2.

Die CSP bietet, anders als die Campersche Ebene, erstmalig die Möglichkeit, die Craniale Symmetrie abzuleiten, da Sie den Schädel eindeutig in zwei Hälften teilt.

Die CSA (Craniale Symmetrie Achse) als Senkrechte zur CP (Cranial Ebene) ist eine erweiterte und exaktere, da die Referenzpunkte weit auseinander liegen – neue Definition der biologischen Achse. Sie stellt neben der von Jack J. Kanski, Elsevier, Urban & Fischer, München 2008 beschriebenen 2D-Augenachse eine weitere biologische Achse dar, die eine wesentlich höhere Varianz, Anwendbarkeit und Veritabilität hat. Die rein ophtalmologisch definierten Achsen sind 2D und beziehen sich auf nur ein Sinnesorgan als Grundlage – den Sehsinn.

Die CP (Cranial Ebene) und daraus resultierende CSA (Craniale Symmetrie Achse) und CSP (Craniale Symmetry Ebene) überführen die die zweidimensionale Augenachse durch die Verbindung mit der Gleichgewichtsachse in ein dreidimensionales biologisch orientiertes Koordinatensystem, da die CP 3 Sinnesorgane, Sehsinn, Gleichgewichtssinn und Gehör mit ihren Eintrittspforten in das humane System berücksichtigt (Abb. 10.1-10.15).

Craniale Symmetrie Plane

Abb. 10.1 - 10.15 Craniale Symmetrie Plane

CPS Bestimmung

Abb. 10.2 CPS Bestimmung - Craniale Symmetry Ebene

CPS Bilaterale Symmetrie

Abb. 10.3 Bilaterale Symmetrie, Craniale Symmetrie Plane

DVT CranioPlan 4

Abb. 10.4

DVT CranioPlan 5

Abb. 10.5

DVT CranioPlan 6

Abb. 10.6

DVT CranioPlan 7

Abb. 10.7

DVT CranioPlan 8

Abb. 10.8

DVT CranioPlan 9

Abb. 10.9

DVT CranioPlan 10

Abb. 10.10

DVT CranioPlan 11

Abb. 10.11

DVT CranioPlan 12

Abb. 10.12

DVT CranioPlan 13

Abb. 10.13

DVT CranioPlan 14

Abb. 10.14

DVT CranioPlan 15

Abb. 10.15

Quellennachweis: 1. Wikipedia - EDORADO 2. www.eyevet.ch - Dr. med vet. Marianne Richter 3. www.planet-schule.de - Matthias Bergbauer, Ma-nuela Kirchner 4. www.planet-schule.de - Dr. Peter Bernstein 5. Philschatz - Biology-Book 6. Wikipedia - Jack J. Kanski: Klinische Ophthalmolo-gie. Elsevier, Urban & Fischer, München 2008

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