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Dr. Gerhard Polzar , Büdingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zahnspange

Infos zum Thema Zahnspange

Beispiele für herausnehmbare Zahnspangen:

         BUNTE ZAHNSPANGEN          ZAHNSPANGEN-TYPEN          EXTRAKTIONSFREIE KFO      INVISALIGN

         UNTERKIEFER ZU KLEIN - AKTIVATOR   DAUMEN - LUTSCHER   TIEFER BISS   PROGENIE   LISPELN

       RÜCKBISS - TWIN - BLOCK      PARODONTOSE    IMPLANTATE   DYSGNATHIE   KIEFERGELENK  KOSTEN

Beispiele für Feste Zahnspangen:

  BRACKET     KARIES       HEADGEAR      DECKBISS      PENDULUM      FLEX-DEVELOPER    SUS     HYRAX    DELAIRE
 QUADHELX    LINGUALTECHNIK   PROTHETIK    INVISALIGN-INNENSPANGE    D YSGNATHIE-CHIRURGIE    ZAHNFLEISCH
  ZAHNLÜCKE    KIEFERORTHOPÄDIE OHNE ZÄHNE ZIEHEN MIT DISTRAKTIONSOSTEOGENESE    PROGENIE     ECKZAHN

Wer braucht eine Zahnspange, wer trägt eine Zahnspange?

Die Zahnspange ist eigentlich das, worum sich alles in dieser Homepage dreht und was man damit machen kann. Da 70% der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens zumindest einmal in den Genuss kommt ein Spangenträger zu werden; und das bei manchen sogar zwei- oder gar dreimal im Leben; ist dieses Thema immer brandaktuell. Gerade einmal 1% der Bevölkerung hat ein perfektes Gebiss. Dieses wird dann als orthognates Gebiss bezeichnet. Nach einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer Zahnspange sind es dann 2% der Bevölkerung! Das ist immerhin eine hundertprozentige Steigerung. Aber was ist mit den anderen 98%. Hat bei diesen Patienten die Behandlung mit der Zahnspange nicht funktioniert oder haben die Kieferorthopäden nichts getaugt?


Die individuelle Therapie mit der Zahnspange

Nein ganz im Gegenteil, jeder kieferorthopädischen Behandlung wohnt eine medizinische Notwendigkeit inne und es ist ja auch so, dass wir immer das Gesunde als das Ästhetische, Schöne und Harmonische empfinden. Kein Arzt würde sich je mit einem kosmetischen Institut vergleichen lassen und so ist das, was ein Arzt macht nicht selbstverständlich, es ist eine Heil-Kunst, dessen Handwerk es in der Universität zu erlernen gilt, die Ausübung dieser Kunst ist jedoch nur bedingt erlernbar. Künstler sein kann man schließlich nicht erlernen und der Fehler, wenn er gar offensichtlich ist, den ein Arzt macht heißt nicht umsonst Kunstfehler. So müssen wir denn auch letztendlich zugestehen, dass die ideale Kiefer- und Zahnstellung immer nur ein Optimum ist, welches zwar angestrebt wird, jedoch nur in den seltensten Fällen erreicht werden kann.
Hinzu kommt, dass es durchaus unterschiedlich optimale Zahnstellungen gibt, denn jeder hat seine individuellen Besonderheiten, die es bei einer kieferorthopädischen Behandlung zu berücksichtigen gibt. Und bei jedem wird ein ihm eigenes individuelles therapeutisches Optimum angestrebt. (Siehe hierzu auch die Einleitung zum Kapitel Kieferorthopädische Diagnostik). Mit dieser Fragestellung werden viele wesentliche Aspekte einer kieferorthopädischen Behandlung aus der Sicht des Patienten berührt. So zum Beispiel, was ist denn mein individuelles Optimum, oder wie schwer ist meine Zahnfehlstellung oder Kieferfehlstellung zu gewichten, oder wie nötig habe ich eine Behandlung mit einer Zahnspange und wann kann ich mit meinem Behandlungserfolg zufrieden sein? Vielleicht schon bei 50% -70% oder gar erst bei 90% oder sogar 100%.  Wie gut ist mein Kieferorthopäde, reicht er für meine Bedürfnisse aus? Sieht er denn was mir fehlt, was mich an meinen Zähnen stört oder will er gar an meinen Bedürfnissen vorbei behandeln ,nur weil er in der Uni was gelernt hat, wie dann alle herumlaufen bzw. zubeißen müssen? Will ich denn auch ein Gebiss von der Stange, oder lieber eines was wirklich zu mir passt, auch wenn es dann vielleicht nicht so glänzt wie von der attraktiven Nachbarin nebenan oder dem  supertollen Arbeitkollegen? Konnte mich vielleicht mein Kieferorthopäde auch überzeugen, dass eventuelle viel weitergehendere ärztliche Maßnahmen erforderlich sind, als ich es mir vor der ersten Sprechstunde vorgestellt hatte? Bin ich daraufhin auch bereit diese lange Therapie mit der Zahnspange, die Monate oder gar Jahre dauern kann in Anspruch zu nehmen? Und an das ganze hängt sich dann die Frage: wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung die mir gerecht wird und was kostet die Behandlung mit der Zahnspange. Um das alles für sich besser beantworten zu können und um meinen Patienten auch nach der Erstberatung und während der kieferorthopädischen Therapie mit der ZAHNSPANGE die notwendigen Informationen zu geben, habe ich mit der Erstellung dieser Homepage begonnen. Ich hoffe, dass sie dabei und auch für diese Leser interessant ist, die aufgrund der örtlichen Entfernung wahrscheinlich nie in meine Praxis kommen können, oder schon längst einen Kieferorthopädischen Kollegen ihres Vertrauens gefunden haben.
 

Warum brauche gerade ich eine Zahnspange?

Damit ich besser zubeißen kann...
Damit ich die Zähne besser Putzen kann...
Damit ich nicht mehr so wie Dracula herumlaufen muss...
Damit sich mein Zahnfleisch erholt und sich meine PARODONTOSE ausheilt...
Damit ich wieder lächeln kann...
Damit ich mich bei der nächsten Bewerbung nicht so schämen muss...
Damit ER oder SIE mich auch anguckt....
Damit ich besser Luft holen kann hat mein Zahnspangendoktor gesagt! Gibt’s auch?
Damit der Zahnarzt mich optimal mit ZAHNIMPLANTATE versorgen kann
Damit ich einfach besser aussehe, denn das Gesicht ist der Spiegel der Seele. Der erste Kontakt mit anderen Menschen ist in der Regel immer der Blickkontakt. Hierbei zeigen die Augen die Wahrheit, die Liebe, die innersten Gefühle, der Mund und die Zähne stehen für Gesundheit, Stärke, Sauberkeit, Durchsetzungsvermögen, Erfolg und Sexappeal. Schon mal darüber nachgedacht?: „Augen voller Zorne“ oder „vor Liebe blind“ aber „er beißt sich durch“ oder „ man ist das ein steiler Zahn“ und so weiter....

Gerade Zähne geben einem viel mehr als nur einen gesunden Gebisszustand. Viele meiner Patienten haben mir erzählt, dass sie sich vor der Behandlung mit der Zahnspange nicht getraut haben zu lachen und ihr Lächeln vor der Kamera immer verkniffen haben; aber nach der Therapie voller Freude, entspannt oder mit Herzen Lachen konnten.  Dies ist auch oft schon beim Vergleich der Anfangsfotos mit den Abschlussfotos zu sehen. Eine Behandlung mit der Zahnspange ist zwar mühselig  und oftmals lästig, sie gibt jedoch einem ein großes Stück an Lebensqualität für die sich diese Mühe letztendlich auch lohnt. So wird es heute viel mehr akzeptiert, wenn auch Erwachsene mit einer Zahnspange herumlaufen. Es ist ein positives Zeichen, denn diese Menschen zeigen damit auch,  dass sie etwas für sich  und ihre Gesundheit tun, was nicht nur teuer ist, sondern auch eine hohes Maß an Geduld abfordert.


Was macht die Zahnspange?

Es gibt zwei Dinge, die eine Zahnspange kann, zum ersten kann sie die Zähne und den Kiefer gerade machen und zum zweiten sorgt sie dafür, dass die Zähne nicht wieder schief werden. Letztere Zahnspange heißt  Retentionsspange oder Retainer. Diesem Thema ist unter der Rubrik „Nach aktiver Behandlung“ ein eigenes Kapitel gewidmet.


Zahnspange: welche Zahnspangen gibt es?

Bei den aktiven Zahnspangen unterscheidet man in: feste Zahnspange und herausnehmbare Zahnspange, oder auch lockere Zahnspange genannt.   Da es eine große Zahl verschiedener fester und herausnehmbarer Zahnspangen gibt ist diesen jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Unter dem Kapitel „feste Spange“ wird alles über die feste Zahnspange geschrieben sein, was der interessierte Leser wissen möchte. Speziell für Erwachsene finden sich dort entsprechende typische Beispiele der Erwachsenenkieferorthopädie mit fester Zahnspange. Da gerade bei Erwachsenen die Behandlung mit der unsichtbaren Zahnspange besonders beliebt ist, sind hier viele kieferorthopädische Beispiele der Behandlung mit unsichtbarer Zahnspange aufgeführt. Hierzu gehört nicht nur die feste Zahnspange von innen, welche auch Lingualtechnik genannt wird, sondern ebenso die moderne Behandlung mit der nahezu unsichtbaren Zahnspangenschiene der Firma Align Technologie, welche Invisalign  heißt.


Die Herausnehmbare Zahnspange

Neben der  festen Zahnspange die auch häufig Multiband, Brackets oder lieblos Schneekette genannt wird, gibt es die lose, lockere, leichte oder schlicht herausnehmbare Zahnspange. Der unterschied ist für den Patienten von ganz besonderer Gewichtung, kann er sich doch bei der Losen Zahnspange in einem unpässlichen Moment von ihr befreien und verfügt so über seine momentane freie Entscheidung und Autonomie; so ist die Feste Zahnspange eine Leidenstour, der sich der Patient, einmal begonnen, nicht mehr entziehen kann. Dies ist ein entscheidender seelischer Komfort für die herausnehmbare Zahnspange, aber gleichzeitig auch eine entscheidende Verantwortung für die regelmäßige und zuverlässige Mitarbeit, ohne die es in der Kieferorthopädie ohnehin keinen Behandlungserfolg gibt.

Es gibt im wesentlichen zwei unterschiedliche Typen der herausnehmbaren Zahnspange.
Zum einen gibt es die Plattenapparatur und die funktionskieferorthopädische Zahnspange, Aktivator oder Bionator genannt, und zum anderen gibt es die moderneren neueren Schienenzahnspangen der Firma Align Technologie = INVISALIGN – Firma, welche   Aligner heißen. Daneben finden sich noch Positioner-Zahnspangen, die für die Feinkorrektur der Zahnstellung gedacht sind, falls das kieferorthopädische Ergebnis mit der festen Spange nicht dem gewünschten Ergebnis entspricht, die Zähne an die richtige Stelle zu bewegen. Und es gibt die herausnehmbaren Hilfsgeräte zur festen Zahnspange, wie die Delaire-Maske oder die Kopfgeschirre die auch Headgear heißen und von Verfasser dieser Seiten kategorisch und zur Freude der meisten Patienten abgelehnt wird. Hierfür gibt es eine eigene Site: Headgear. Komisch dieses Gerät wurde schon millionenfach angewendet, es ist ein medizinisches Gerät mit dem man sich die Augen ausstechen kann; aber über die anderen medizinischen Nebenwirkungen auf die  Wirbelsäule, die Durchblutung des Gehirns und der Nackenmuskulatur oder die Atmung, gibt es keinerlei Untersuchungen. Das wundert mich heute immer noch, wo doch sonst in der Medizin alles so strengen Kontrollen unterliegt. Die kieferorthopädische Behandlung mit der Zahnspange  Nebenwirkungen und die eines Headgear –Gerätes welches den Hals einquetscht hat noch viel mehr an Nebenwirkungen zu bieten als lediglich eine „Allopezia areata“.  Der Sohn meines Kinderarztes bekam  vom Headgear regelmäßig Kopfschmerzen, so, dass er glücklicherweise das Gerät in die Ecke legen durfte.


Plattenapparatur als häufigste herausnehmbare Zahnspange

Herkunft und Geschichte der Zahnspange:

Plattenapparatur heißt diese Zahnspange weil sie  im Oberkiefer flach wie eine Platte  am Gaumen anliegt. Die häufigste Plattenapparatur wird auch Schwarz`sche Platte genannt, da sie von Hr. Schwarz im Jahre 19xyz erstmals  beschrieben wurde. Die herausnehmbaren Zahnspangen haben in Europa eine lange Tradition. Sie bauen auf die orthopädische Wirkung dieser Geräte auf, die sich am besten im heranwachsenden Alter zwischen 8 Jahren und 14 Jahren entfalten kann. Ortho = gerade, paedein = Erziehen. Das pädagogische Moment solch einer mehrjährigen Therapie ist offensichtlich.  In Amerika, speziell in den USA hat sich die Kieferorthopädie ganz anders entwickelt. Hier hatten herausnehmbare Apparaturen nie eine richtige Lobby gefunden, da sie ja auf die mehrjährige Mitarbeit der Patienten angewiesen sind. Dann lieber vier kleine Backenzähne ziehen (man nannte das „four on the floor“) und mit einer festen Spange die einen Bogen über die Zähne spannte, der an so genannten Bändern mit dem jeweiligen Zahn verbunden war, die Zähne gerade richtete. Daher kommt der heute gebräuchliche Name Multiband. Bänder werden allerdings meist nur noch an den hinteren Backenzähnen verwendet, so dass besonders moderne Autoren heute nur noch von der Multribracketapparatur sprechen. Brackets sind die verkleinerten Teilchen. Die direkt auf die Zähne aufgeklebt werden, um den kieferorthopädischen Bogen zu tragen. Diese Behandlungen sind weniger kieferorthopädisch, als orthodontisch. Es wird mehr Einfluss auf das gerade richten der Zähne genommen und weniger auf die Entwicklung des Kiefers. Dementsprechend heißt der amerikanische Kollege nicht Jaworthopedist sondern Orthodontist.
 

Bestandteile der herausnehmbaren Zahnspange / Plattenapparatur:

Die Plattenbasis:
Die Plattenapparatur besteht aus einem Grundkörper, der aus Metacrylat hergestellt wird, den passiven haltenden Elementen und den aktiven Elementen.

Passive haltenden Elemente der Zahnspange sind z.B.:
       die Dreiecksklammer – zwischen den Zähnen um die Platte zu stützen,
       die Adamsklammer – sitzt um  den einzelnen Backenzahn herum, oder
       die C-Klammer – fügt sich girlandenförmig einem C gleich um den Zahnhals,  oder
       Haltedorne, die ein Abrutschen der Zahnspange insbesondere im Unterkiefer verhindern.

Aktive Funktionselemente der Zahnspange sind z. B:
        die  Aktive Schraube – wird z.B. wöchentlich gedreht um den Zahnbogen zu erweitern,
        die  Einzelzahnfeder zum bewegen eines einzelnen Zahnes,
        Vorschubsporne-Stäbchen, bewegen den Unterkiefer wachstumsstimulierend nach vorne,
        Spezialschrauben wie die Bertoni-Segmentschraube oder die Müller-Schraube oder
        die bei mir sehr beliebte Federbolzenschraube...

....mit der man einzelne Zähne unter kontrollierter Aktivierung und exaktem Kraftansatz bewegen kann.  Der einzige Nachteil dieser Minischraube ist, dass man hierzu einen guten Zahntechniker braucht, der diese Schraube auch richtig platziert.


Zahnspange mit Labialbogen

Der Labialbogen oder auch nur Labo genannt hat sowohl eine haltende Funktion  als auch eine aktive die Zähne korrigierenden Wirkung. Er liegt an den oberen und unteren Frontzähnen zwischen Zahn und Lippe (labial) an beschreibt um den Eckzahn einen Bogen und mündet zwischen Eckzahn und kleinem Backenzahn in die Plattenbasis. Durch geschicktes Beschleifen der Plattenbasis kann der Kieferorthopäde mit dem dann einseitigen labialen Druck die schief stehenden Frontzähne korrigieren ( dies geht aber nur bedingt, meist wird bei ausgeprägten Frontzahnfehlstellungen dann doch eine feste Zahnspange oder Invisalign zur Zahnstellungskorrektur notwendig). Besondere Schlaufen, wie die Eckzahnschlaufe dienen zur Einordnung eines in den Zahnbogen wachsenden schiefen Augenzahnes.


Funktionsweise der herausnehmbaren Zahnspange

Die herausnehmbare Zahnspange funktioniert im Wesentlichen in der Kombination einer Aktivierung der einzelnen Elemente und einer über zwölfstündigen Tragedauer.  16 Stunden täglich und dies über mehrere Monate bis Jahre hinaus sind oftmals zur Zahn- und Kieferkorrektur erforderlich. Umso wichtiger ist es, dass dann die Zahnspange richtig sitzt, grazil gestaltet ist und möglichst den Wünschen der oftmals kleinen Patienten entspricht, denn letztlich entscheidet die Mitarbeit  (Compliance) der Patienten über Erfolg oder Misserfolg einer kieferorthopädischen Therapie mit einer Zahnspange. Die aktiven Elemente wie z.B.: transversale Dehnschraube können nach Anweisung des Kieferorthopäden vom Patienten selbst nachgestellt werden.


Wirkung der herausnehmbaren Zahnspange

Der leichte Druck auf die Zähne oder den Kiefer fördert das benötigte Wachstum des Kieferknochens um dann allen Zähnen genügend Platz zu geben damit sie in den Zahnbogen eingeordnet werden können. Erst die Akzeptanz der Zahnspange als eine Selbstverständlichkeit des täglichen Lebens garantiert den sicheren Behandlungserfolg. Durch die Wachstumsförderung der skelettalen Strukturen werden die Voraussetzungen geschaffen, um die noch herauswachsenden Zähne oder schief stehende Zähne in den Kiefer einzuordnen.


Indikation der herausnehmbaren Zahnspange

Die herausnehmbaren Zahnspangen, ausgenommen die Therapie mit invisalign, werden hauptsächlich bei der kieferorthopädischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen angewendet. Hierbei spielt es keine Rolle, ob noch Milchzähne vorhanden sind, oder der Zahnwechsel zum permanenten Gebiss schon abgeschlossen ist. Gerade im Alter von 8 bis 10 Jahren lassen sich mit herausnehmbaren Zahnspangen sehr gute Behandlungserfolge erzielen. Das naturgegebene Wachstumspotential der Kiefer unterstützt dabei die Therapie. Bei Erwachsenen Patienten werden herausnehmbare Zahnspangen wie Plattenapparaturen nur sehr selten angewendet. Hier kommt die feste Zahnspange zum Einsatz. Sind herausnehmbare Zahnspangen bei Erwachsenen gewünscht, so werden entweder Aligner –Schienen wie z.B. von der Firm Align Technologie (Invisalign) angewendet oder es kommt die Crozat-Apparatur zum Einsatz. Crozat-Geräte sind zu Metallgerüsten skelettierte herausnehmbare Zahnspangen. Diese wurden Früher aus einer hochgoldhaltigen Legierung hergestellt. Heute verwendet man eher Cobalt-Chrom- oder Edelstahllegierungen.  Durch geschickte Unterschnitte wird der notwendige Halt der Crozatapparatur gewährleistet um die Zähne an die gewünschte Stelle zu bewegen. Da sowohl die Herstellung als auch die therapeutische Handhabung  der Crozatapparatur sehr aufwendig ist, stellt sie in der Kieferorthopädie eher eine Außenseitermethode dar und wird nur von darauf spezialisierten Kieferorthopäden angewendet.
 

Vorteile der herausnehmbaren Zahnspange

Die Vorteile liegen in der schonenden Zahnbewegung, nur soweit, wie die Schraubenelemente aktiviert werden. Sie können schon bei Kindern eingesetzt werden und es vergeht nicht unnötige Zeit, bis mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen wird. Oftmals können durch die das Kieferwachstum fördernde Therapie, spätere Zahnextraktionen vermieden werden. Es müssen dann nicht mehr bleibende Zähne gezogen werden.

 
Nachteile der herausnehmbaren Zahnspange

Der besondere Nachteil bei der herausnehmbaren Zahnspange ist, dass man auf die Mitarbeit der Patienten angewiesen ist. Es können auch nicht alle Zahnbewegungen mit der herausnehmbaren Plattenapparatur durchgeführt werden. So ist die Achsengerechte Einstellung der Frontzähne mit Torquekontrolle nicht möglich und rotierte Seitenzähne lassen sich nicht korrigieren. Ebenfalls ist neben der Einschränkung des therapeutischen Spektrums auch die Einschränkung auf das Patientenklientel gegeben. So gut Dienste die herausnehmbare Zahnspange auch für die Behandlung von Kindern zu leisten vermag, so wenig geeignet erscheint sie für die kieferorthopädische Therapie erwachsener Patienten.


Herausnehmbare funktionskieferorthopädische Zahnspangen

Die funktionskieferorthopädische herausnehmbare Zahnspange nimmt in der Kieferorthopädie eine besondere Stellung ein, da deren Wirkung Anwendungsbereich und Indikation mit den anderen Zahnspangen kaum zu vergleichen ist.


Herkunft der funktionskieferorthopädischen herausnehmbaren Zahnspange

Erstmals hatten die Schwedischen Kieferorthopäden Andresen und Häupel im Jahre .........  funktionskieferorthopädische Geräte beschreiben. Zunächst wurde nur ein Monoblock als kieferorthopädisches Gerät beschrieben. Später kam dann der erste Aktivator zum Einsatz, dem dann weitere Entwicklungen wie der Bionator nach Balters, die Fränkel-Apparatur oder der skelettierte offene Aktivator nach Klamt folgten. Sondergeräte wie der Teuscher-Aktivator, Aktivator-Headgear-Kombinationen oder der Federaktivator nach Prof. Sander wurden auf der Grundidee des Monoblockes konzipiert. Heute stehen dem Kieferorthopäden eine Vielzahl funktionskieferorthopädischer Geräte zur Verfügung, so auch der von mir entwickelte myofunktionelle frontal offene  Aktivator mit zungenstimulierender Funktionsperle, hier MAPO genannt.


Aufbau und Funktionsweise der herausnehmbaren Aktivatorgeräte

Ein Monoblock besteht aus einem Acrylatblock, der den Mundinnenraum auf der Zahninnenseite ausfüllt und mit leicht geöffnetem Biss den Unterkiefer nach vorne schiebt. Damit das Gerät einen besseren Halt findet,  verläuft über die Oberkieferfrontzähne ein Labialbogen. Bei einem Aktivator ist ein zusätzlicher Labialbogen im Unterkiefer angebracht. Um das Gerät dem Wachstum des Kiefers anzupassen, hat es eine transversale Aktivierungsschraube. Da das Gerät ansonsten locker im Mund liegt und durch Sprechen und andere aktive Kieferbewegungen den Unterkiefer immer wieder in die nach vorne eingestellte Position führt, löst diese herausnehmbare Zahnspange bei jugendlichen Patienten einen Wachstumsreiz aus,  der dazu führt, dass der Unterkiefer in die gewünschte Richtung wächst..


Wirkung der herausnehmbaren Aktivator-Zahnspange

Durch fiktive Funktionsreize wird der Unterkiefer in seine gewünschte vordere Position geführt. Hierbei öffnet sich der Biss zunächst im Seitenzahnbereich. Deshalb wird oftmals der seitliche Aufbiss dieser herausnehmbaren Zahnspange frei geschliffen und die seitlichen Zähne können dann ungehindert in die Länge wachsen. Mit dem Labialbogen im Oberkiefer können zu weit vorstehende obere Frontzähne durch Aktivierung der  Bogenschlaufen in ihrer Neigung zurückbewegt werden. Funktionskieferorthopädische herausnehmbare Zahnspangen wirken aktiv, das heißt um einen Behandlungserfolg gewährleisten zu können, müssen sie mindestens 14-16 Stunden getragen werden. Als Faustregel kann man sagen, mindestens 4 Stunden am Tag (kann auch stundenweise eingeteilt sein) und nachts. Am Tag werden die Wachstumsreize gesetzt, die in der Nacht in das gewünschte, gerichtete Wachstum umgesetzt werden. Denn hauptsächlich in  der nächtlichen Ruhephase wachsen die jugendlichen Patienten. Der Tag ist jedoch notwendig, um das zielgerichtete Wachstum zu induzieren. 


Indikation der herausnehmbaren Aktivator-Zahnspange

Funktionskieferorthopädische Zahnspangen wie der Aktivator, Bionator oder die Fränkel-Apparatur sind zur Einstellung des Unterkiefers geeignet, wenn dieser im Gesicht zu weit zurückliegt. Auch bei der Progenie, das heißt, der Unterkiefer liegt zu weit vorne im Gesicht, können Aktivatoren vereinzelt verwendet werden. Da diese Therapie jedoch meist nicht gut für das Kiefergelenk ist, sind andere Methoden, wie die Gesichtsmaske nach Delaire, eine Bertoni-Spange oder in schwierigen Erwachsenenfällen die Kieferchirurgische Korrektur besser geeignet.  Funktionskieferorthopädische Zahnspangen wirken am besten ab einem Alter von 8 Jahren. In diesem Alter haben die kleinen Patienten schon die erforderliche Reife, um gewissenhaft und aktiv an der Behandlung mitzuwirken und sie befinden sich noch vor dem pubertären Wachstumsschub. In dieser Zeit ist es am einfachsten, mit herausnehmbaren Zahnspangen eine orthopädische Wirkung zu erzielen. Während der Pubertät ist dies zwar auch noch möglich, jedoch richtet sich die ganze Kraft des Organismus auf andere Wachstumsvorgänge als die des Kieferwachstums. Zusätzlich ist durch die in dieser Zeit große seelische Belastung eine kieferorthopädische Behandlung bei der die Mitarbeit eine wesentliche Rolle spielt oftmals problematisch.   In de Zeit von 8-10 Jahren, als vor der zweiten Wechselgebissphase kommen die reinen funktionskieferorthopädischen Zahnspangen zum Einsatz (Aktivatoren und deren Derivate). In der Zeit von 10 bis 12 Jahren kommen dann Kombinierte herausnehmbare Zahnspangen wie  die Vorschubdoppelplatte nach Prof. Sander oder Müllersporne zum Einsatz. Mit diesen herausnehmbaren Zahnspangen kann zusätzlich noch das Breitenwachstum der Kiefer gefördert werden. Somit wird dann die erforderliche skelettale Kieferbasis geschaffen, um alle bleibenden Zähne einzuordnen. Diese Therapie findet dann auch in der zweiten Wechselgebissphase der Kieferentwicklung statt. Erst wenn das Kieferwachstum schon weitgehend abgeschlossen ist und der Patient zu spät in der Praxis erscheint, oder vorher die Mitarbeit und Wirkung nicht ausgereicht hat kommen herausnehmbare Zahnspangen wie der Twin Block oder sogar feste Zahnspangen wie SUS, Jasper Jumper, Flex- Developer  oder die Herbst- Apparatur zum Einsatz. Diese Geräte wirken relativ forciert und aktivieren schon fast abgeschlossene Wachstumsvorgänge. 
 

Vorteile der herausnehmbaren funktionskieferorthopädischen Zahnspange

Die funktionskieferorthopädischen Zahnspangen haben den entscheidenden Vorteil, dass sie schon sehr früh eingesetzt werden können. Die Zahn- und Kieferfehlstellung kann als schon sehr frühzeitig therapiert werden und ist erfahrungsgemäß umso stabiler gegen Therapierezidive.  Auch ist dies ein Alter, bei dem die kleinen heranwachsenden Patienten sehr gerne mitmachen und eine hohe Kooperationsbereitschaft zeigen. Während das hauptsächliche therapeutische Ziel in der Korrektur der Kieferfehlstellung liegt, können Zahnfehlstellung hiermit nicht so gut behandelt werden und es sind ja auch noch nicht alle bleibenden Zähne herausgewachsen.
Ein ganz besonderer allgemeinmedizinischer Vorteil der Aktivatortherapie bei Unterkieferrücklage ist die atmungsfördernde Wirkung. Wie bei einem Antischnarchgerät für Erwachsene wird ja der Unterkiefer nach vorne eingestellt. Direkt nach dem einsetzen der herausnehmbaren Zahnspange werden somit die Atemwege in physiologische Weise geöffnet und das Atmen durch die Nase gefördert. Gerade bei Patienten mit Asthma und bei Patienten mit Mukoviscidose  kann eine kieferorthopädische Therapie mit Aktivatoren eine erhebliche lebensverbessernde Wirkung zeigen. Ein Vorteil aller herausnehmbaren Kieferorthopädischen Zahnspangen ist, dass sie für einen unpässlichen Moment auch mal nicht getragen werden müssen, weil sie ja herausnehmbar sind.


Nachteile der herausnehmbaren funktionskieferorthopädischen Zahnspange

Die Nachteile sind ganz einfach zu beschreiben. Die herausnehmbar Zahnspange erfordert die regelmäßige Mitarbeit des Patienten ansonsten ist ihre Wirkung eingeschränkt. Die Therapie mit Aktivatoren ist altersbegrenzt von 6-7 bis maximal zum 16. Lebensjahr mit  bester Indikation im Alter von 8-10 Jahren. Kieferfehlstellungen lassen sich zwar sehr gut behandeln, Zahnfehlstellungen sind jedoch mit anderen Kieferorthopädischen Apparaturen erfolgreicher therapierbar.


Die „unsichtbare Zahnspange“ von Invisalign

Eine Sonderstellung bei der herausnehmbaren Zahnspange nimmt die unsichtbare Zahnspage der Firma Invisalign ein. Mit einen Set von mehreren durchsichtigen Schienen, die wie eine zweite dünne Haut über dien Zähnen liegen, werden die Zähne je Behandlungsschritt um maximal 0,25 mm bewegt. Diese Therapie ist vor allem für Erwachsene Patienten geeignet, es müssen zumindest die zweiten Backenzähne, die Zwölfjahrmolaren schon vollständig  herausgewachsen sein. Die Therapie mit Invisalign ist eine sehr hoch technisierte Zahn schonende kieferorthopädische Behandlung unter Verwendung der in der Produktdesign üblichen  CAD –CAM-Technik, die den zukünftigen Weg der Kieferorthopädie beschreibt. Insbesondere bei Patienten mit PARODONTOSE oder Patienten die mit einer DYSGNATHIE-CHIRURGIE behandelt werden müssen, stellt das Invisalign-Sytem eine echte  Innovation in Kieferorthopädie dar. Andererseits können durch geschicktes verändern der Zahnform insbesondere bei leichten Formen der PROGENIE ansonsten notwendige  Kieferchirurgische Eingriffe erspart bleiben, ZAHNIMPLANTATE besser positioniert werden oder  notwendiges ZÄHNE-ZIEHEN  vermieden werden


Die feste Zahnspange


Die Feste Zahnspange ist der zweite Hauptbestandteil, das heißt die häufigste kieferorthopädische Apparatur neben den herausnehmbaren Zahnspangen. Da man mit der festen Zahnspange recht schnell die einzelnen Zähne bewegen kann wird sie sehr gerne für die Korrektur der Zahnfehlstellungen verwendet. Kieferfehlstellungen lassen sich jedoch mit der festen Zahnspange nicht so einfach und so gut behandeln wie mit der herausnehmbaren Geräten. Häufig sind bei kieferorthopädischen Anomalien dann zusätzlichen kieferchirurgische Maßnahmen erforderlich um die Kiefer- und Gebissanomalie zu korrigieren.


Die Multiband - Zahnspange oder auch Multibracket - Zahnspange

Die feste Zahnspange besteht im wesentlichen aus drei Bestandteilen. Dies sind die Brackets für die Frontzähne und die kleinen Seitenzähne, die Bänder für die hinteren dicken Backenzähne auch Molaren genannt und die kieferorthopädischen Bögen. Die Bögen bestehen heute nicht mehr aus bloßem Stahldraht, sondern sind häufig mehrfach verseilte getwistete Drähte oder superelastische Drähte aus einer hochwertigen Titanlegierung.
Da heute immer weniger Bänder verwendet werden; früher gab es keine Brackets sondern nur die hässlichen Bänder, auch über die Frontzähne; nennen viele Leute die feste Zahnspange heute auch Multibracketapparatur. Das Bracket hat in der Regel eine Basis mit der es an den Zahn geklebt werden kann, einen Schlitz (slot genannt) in den der Drahtbogen hineingelegt werden kann und ein vier Flügel, die dazu dienen um den Drahtbogen mit Ligaturen am Bracket zu befestigen oder Gummiketten (chains) an den Zähnen einzuspannen um die Zähnen zu bewegen.


Hilfmitte für die feste Zahnspange

Neben den Brackets und Bändern die den kieferorthopäischen Drahtbogen mit den Zähnen verbinden, gibt es noch eine ganze Reihe besonderer Hilfsmittel für die kieferorthopädische Behandlung mit der festen Zahnspange. Diese heißen z. B.: Nance, SUS Jusper-jumper, Jones-Jig, Pendulum, Hyrax, Quadhelix, Lingualbogen oder Wilsonapparatur und können mit Ihrer Funktion auf dieser Homepage in den einzelnen Rubriken nachgelesen werden.

 

Zahnspange A-Z

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Der Inhalt dieser Seiten wurde am 31.07.2014 letztmalig aktualisiert. Diese Seite wird von keiner Firma und keiner Organisation unterstützt und erlaubt keine Werbung. Autor der Informationen ist. Prof. Dr. Gerhard Polzar (KKU) Kieferorthopäde.