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Grundsätzliches zur Mehrphasentherapie
Kieferorthopädie kommt aus dem griechischen und bedeutet Ortho = gerade und Pädeien = Erziehen. Eine Kieferorthopädische Behandlung, die Ihrem Kind helfen soll, ist keine Angelegenheit, die sehr schnell und in kurzer Zeit gelöst werden kann; jedoch hilft häufig bei einem frühzeitigen Beginn der Behandlung der spielerische Effekt und Spass an der Spange, dass die kleinen Patienten diese langwierige Behandlung erfolgreich meistern.
Am Wichtigsten ist es, eine wohlausgeformte Knochengrundlage zu schaffen, in der dann später die bleibenden Zähne ihren Platz finden. Deshalb ist die Korrektur der Kieferstellung (Wachstums-förderung eines zu kleinen Kiefers), das heisst der Kieferlage- und breite besonders wichtig. Diese Therapie sollte dringend in einem Alter erfolgen, in dem das pupertäre Wachstum noch nicht eingesetzt hat. Bei Jungs ist das meist zwischen 9-10 Jahren und bei Mädchen meist 1 Jahr früher der Fall. In der ersten Behandlungsphase wird das Fundament für die gesamte Kiefer- und Gebissentwicklung geformt. Mit der Pupertät festigt sich die vorher angelegte Wachstumsmatrix und die skellettalen Strukturen werden stabilisiert. So werden in der zweiten Phase mit der Multibandapparatur nur noch die schief stehenden Zähne auf der schon korrigierten und ausgeformten Kieferbasis gerade eingestellt.
Die Gefahr, dass die Zähne wieder schief werden (Rezidiv), ist bei diesem Vorgehen auf einem wohlgeordnetem Fundament wesentlich geringer. Zudem kann, wie Sie sehen, auch bei schwierigen Fällen auf das wachstumshemmende Extrahieren von Zähnen in der Regel verzichtet werden. Die angrenzenden anatomischen Strukturen, die neben der Kaufunktion auch für die Atmung von besonderer Bedeutung sind, werden durch diese wachstumsfördernde Therapie positiv beeinflusst.
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