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Dr. Gerhard Polzar , Büdingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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FESTE ZAHNSPANGE - FESTSITZENDE ZAHNSPANGE - BRACKETS
Multiband-Apparatur


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Feste Zahnspange, Bestandteile

- ringförmigen Bändern aus dünnem Stahl mit aufgeschweißten Schlössern, Röhrchen und Häkchen die in der Regel nur auf dem 6-Jahr-Molar aufzementiert werden

- Klebeplättchen, sog. Brackets aus Metall, Kunststoff oder Keramik die auf den
  vorbereiteten Zahnschmelz aller weiteren Zähne aufgeklebt werden:

Slot = Bracketschloss zum Aufnehmen des Drahtbogens,
                         an dem die Zähne entlang geführt werden.
Flügel = zum Einbinden der Ligaturen

Basis = Verbindungselement zwischen Zahn und
                                            Festsitzender Apparatur.
Bögen oder Drähte, die die Brackets mit den Bändern untereinander verbinden.
 

Feste Zahnspange, Funktion

- Auf jedem Zahn wird ein Bracket geklebt, in dem sich jeweils ein kleiner Schlitz befindet, in dem der Draht eingelegt wird. Dieser Draht verläuft um den gesamten Zahnbogen und wird hinter dem letzten Zahn mit dem Band umgebogen. Durch die Schlitze erhält das Bracket seine Informationen, wie der Zahn einmal stehen soll.
Der Draht dient als Orientierungsebene. Er ist elastisch und versucht Niveauunterschiede zwischen den Zähnen auszugleichen:

-In der Nivellierungsphase werden die Bracketschlitze und damit die Zähne auf eine Ebene geführt. Die nivellierende Kraft geht von einem elastischen Drahtbogen aus.

-In der nachfolgenden Führungsphase können die Zähne an dem geraden Bogen entlang geführt werden.

-In der abschließenden Justierungsphase wird dann für die richtige Zueinanderstellung der oberen und unteren Zähne gesorgt.

Es wirkt ständig eine kleine Kraft auf die Zähne, die dadurch etwas angelockert und sehr präzise, effektiv und in einem kalkulierbaren Zeitrahmen auf den gewünschten Platz bewegt werden, was zwischenzeitlich mal etwas spannen kann, was aber nach 1-2 Tagen nachlässt.

-Damit die Regulierung erfolgreich und ohne Probleme verlaufen kann, sind regelmäßige Kontrolltermine zum eventuellen Nachspannen oder Austauschen der Drähte erforderlich, da es sonst zu ungewollten Zahnbewegungen oder anderen nachteiligen Nebenwirkungen kommen und die monatelange, fleißige Mitarbeit umsonst machen kann.
-
Bei auftretenden Schmerzen, Beschädigungen der Apparatur oder wenn es mal irgendwo drücken oder pieken sollte, ist die Praxis unverzüglich aufzusuchen.


Feste Zahnspange, Behandlungsdauer

- Die Behandlungszeit mit festsitzender Spange ist je nach Behandlungsfall unterschiedlich. Im Mittel verbleibt die Zahnspange ca. 1,5 Jahre auf den Zähnen.
Um das erreichte Behandlungsergebnis nach aktiver Behandlung zu sichern, wird eine Retentionsspange gefertigt, da die Zähne die Tendenz haben, in ihre ursprüngliche Position zurückzukehren.


Feste Zahnspange, zusätzliche Hilfsmitte:l

- Headgear, Gesichtsbogen zum Distalisieren (Zurückbewegen) von Seitenzähnen.

- Pendulum-Apparatur, Im Oberkiefer festsitzende Apparatur zum Distalisieren der Seitenzähne von Seitenzähnen, äußerlich nicht sichtbare Alternative zum Headgear, jedoch mit geringern Kräften.

- Delaire-Maske, Gesichtsmaske mit Abstützung an Stirn und Kinn, um den Oberkiefer nach      vorne zu bewegen, Gegenstück von Headgear .

- Lingual-, Palatinal- oder Vestibularbogen, zur Stabilisierung, damit die Backenzähne nicht nach vorne wandern.

- Retraktions- Loopbogen, zum Lückenschluss zwischen Front- und Eckzähnen.

- Gaumennahterweiterungsapparatur, Apparatur zur forcierten (verstärkten) Dehnung des Oberkiefers, Sonderform der Verbreiterung des Oberkiefers durch Erweiterung der mittleren Oberkiefernaht, nach Verknöcherung der Naht nicht mehr möglich.

- Quadhelix, transversale Expansion zur Verbreiterung des noch zu schmalen Zahnbogens.

- Gummizüge, Distalisation der Eckzähne durch Retraktion.

- Nance, Maximal-/Idealverankerung, festsitzende Apparatur im Oberkiefer zum halten der Position der Seitenzähne (meist 6-Jahr Molaren), verhindert z.B. eine Mesialisation (Vorbewegung) der Seitenzähne bei der Rückführung von Eckzähnen.


Feste Zahnspange: Straight-Wire Apparatur, was ist das?

Das Straight-wire-Prinzip basiert auf der Idde, die Wirkungen, die von den Details eines Idealbogens mit rechteckigem Querschnitt ausgehen, dadurch zu erreichen, dass man die Brackets und Röhrchen entsprechend gestaltet, während man den Drahtbogen gerade, d.h. in seiner Grundform, belässt und auf die wesentlichen Biegungen erster, zweiter und dritter Ordnung verzichtet.

Die Anwendung vorgeformter Bögen bietet sich hier geradezu an; sie macht die Methode zu einem sehr rationellen Verfahren. Inset, Offset und Eckzahnkurvatur werden durch die Verwendung von Brackets mit unterschiedlicher Schafthöhe überflüssig. Das Toe in wird durch eine Anwinkelung der Bukkalröhrchen ersetzt. Die ideale mesio-distale Zahnachsenneigung wird durch eine Angulation der Brackets und Röhrchen an den Bändern bzw. den Klebebracketbasen erreicht. Die Neigung der Zahnachsen in bukkolingualer bzw. labiolingualer Richtung wird schließlich durch eine unterschiedliche Neigung der Bracketschlitze und Röhrchen beeinflusst. Ein unterschiedlicher Winkel zwischen Bracketbasis und Bracketschaft ergibt denselben Effekt. Damit sollen auch Torque-Biegungen entfallen. Dies ist das Wunschdenken, in der Praxis erfordert es jedoch bei fast jedem Patienten ein individuelles Anpassen der Straight-Wire Apparatur. Ganz ohne Biegen kommt die Gerade-Bogen-Technik dann doch nicht aus!

 

Feste Zahnspange A-Z

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Der Inhalt dieser Seiten wurde am 31.07.2014 letztmalig aktualisiert. Diese Seite wird von keiner Firma und keiner Organisation unterstützt und erlaubt keine Werbung. Autor der Informationen ist. Prof. Dr. Gerhard Polzar (KKU) Kieferorthopäde.