Der 21 Jahre alte Patient kam nach einer kieferorthopädischen Beratung seines Hauszahnarztes in unsere Praxis. Der Zahnarzt (“schon sehr erfahren in Kieferorthopädie”) schlug dem Patienten vor den Engstand im Unterkiefer durch Extraktion eines unteren Frontzahnes zu beseitigen. Der Vater war diesem Therapievorschlag, mit Zähne ziehen, gegenüber sehr skeptisch. Darauf hin stellte sich der Patient in unserer Praxis vor.
Behandlungsdauer 2 Jahre u. 2 Monate
nachher
Diagnose:
Der Patient hatt einen tiefen Biss mit Gingivakontakt der oberen Frontzähne an die Schleimhaut der Unterkiefer Front. Dies ist ein Zeichen für einen extrem tiefen Biss. Die unteren Frontzähne stehen im Engstand. Die Seitenzähne sind neutral verzahnt. Die oberen Frontzähne stehen sehr steil = Deckbiss, mit einem Diastema mediale.
Therapie:
Die oberen Frontzähne wurden aufgerichtet und Achsengerecht eingestellt (Torque). Der gewonnene Platz reicht aus um die unteren Frontzähne zu protrudieren und den Engstand aufzulösen. Linguale Aufbisse an der oberkiefer Front unterstützen die Therapie.
Es wurden keine Zähne gezogen!, keine Extraktion, denn:
BEACHTE: Bei Deckbissen wird, wenn möglich nie ein Zahn gezogen Bei tiefem Biss darf auf keinen Fall ein Zahn im Unterkiefer gezogen werden Bei wie hier vorliegend horizontalem Wachstumsmuster, sollten keine Zähne gezogen werden
Diese Kontraindikationen zur Extraktion von Zähnen wurden mit der durchgeführten Therapie berücksichtigt.
vorher
ausgeprägter Deckbiss, tief Biss mit Diastema mediale
Behandlung mit Multibandapparatur und spezial Torquebrackets nach Prof. Ricketts
sehr gute Bisshebung, die unteren Frontzähne sind jetzt deutlich sichtbar
Palatinal eingesetzte Aufbisse unterstützen die Intrusion der Unterkiefer/Oberkiefer Front
Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.06.09 letztmalig aktualisiert. Diese Seite wird von keiner Firma und keiner Organisation unterstützt und erlaubt keine Werbung. Autor der Informationen ist. Prof. Dr. Gerhard Polzar (K.K.U.) Kieferorthopäde.